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Portrait

Erfahrungen als Pferdebesitzerin mit Pferdehufen und diversen Hufbearbeitungsmethoden

Seit 1981 reite und beschäftige ich mich mit Pferden und seit 1987 halte ich Pferde in Eigenregie.
Schon früh begann ich mich für beschlagene als auch unbeschlagene Pferdehufe zu interessieren und stellte dabei fest, dass sich diese schief ablaufen bzw. deformieren können.

Bei Verformungen und „Ausbeulungen“ (= Wandrundungen) der Hufwand fragte ich mich jeweils, wie diese denn überhaupt zustande kommen konnten. Nimmt man nämlich den Huf auf und umfasst man mit beiden Händen die Hornkapsel, stellt man fest, dass diese sehr hart und unnachgiebig ist. Wie ist es denn möglich, dass sich Hufe so verformen können? Und wie fühlen sich diese Hufe für das Pferd an? Darauf erhielt ich damals noch keine Antworten.

Ich las die in dieser Zeit verfügbaren Bücher von z.B. Fritz Röder „Ohne Huf kein Pferd“ und Armin Kasper „Hufkurs für Reiter“, doch auch diese gaben über das Zustandekommen und die Ursachen solcher Deformationen keine konkrete Auskunft.

Françoise Rickli - Geb. 24.06.1969

Françoise Rickli - Geb. 24.06.1969

Bald konnte ich selber erste Erfahrungen mit dem Barhuflaufen sammeln: Ich kaufte mir 1989 ein Beistellpony, das barhuf war. Dieses begleitete mich beim Reiten mehrmals pro Woche ins Gelände. Das Pony wies schiefe Hinterhufe auf und ich stellte fest, dass sich diese auch sehr einseitig abliefen bzw. abrieben.
Da die Hufe sehr schief waren, zeigte mir mein damaliger Hufschmied, wie ich zwischen den Bearbeitungsterminen die Hufe nachraspeln konnte. Also feilte bzw. kürzte ich fortan regelmässig die Hufe dort in der Höhe, wo (zu) wenig Abrieb erfolgte (= mediolaterale Balance).
Bereits damals stellte ich jedoch fest, dass dieses einseitige Kürzen der Hornkapsel von unten die Hufsituation an sich nicht verbessern konnte.

Als ich mir im Jahr 1996 eine zweieinhalbjährige Arabermixstute kaufte, begann ich mich noch intensiver mit dem Thema barhuf zu befassen. Ich las alles, was damals in Fachbüchern und Fachzeitschriften über barhuf geschrieben wurde.

Ich liess die Hufe meiner Stute und meiner Ponys in regelmässigen Abständen durch eine Fachperson bearbeiten. Zu meinem Erstaunen konnte ich jedoch keine „Korrektur“ als solche feststellen. Die Hufe liefen sich z.T. schief ab und wurden asymmetrisch, daran verbesserte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren nichts. Zudem zeigte sich jedes Mal nach der Bearbeitung während 2-3 Wochen ein klammer Gang und es konnte nur noch mit Schuhen ausgeritten werden. Auf mein mehrmaliges Nachfragen, weshalb nach der Bearbeitung ein klammer Gang entsteht, bekam ich keine Antwort. Ich vermutete mit der Zeit, dass dieser klamme Gang im Zusammenhang mit der Bearbeitung stand: Der gesamte Tragrand wurde jeweils mittels Hufschneidezange (Nipper) bis auf das Sohlenniveau gekürzt. Schlussendlich befanden sich nach der Bearbeitung die Sohle und der Tragrand auf einer Höhe.

Aufgrund dieses unbefriedigenden Zustandes wechselte ich dann zu einer anderen Hufbearbeitungsmethode. Die Hufe wurden erneut durch eine entsprechende Fachperson in regelmässigen Abständen während einem Zeitraum von rund zwei Jahren bearbeitet.
Bei dieser Bearbeitungsmethode wurde u.a. jeweils die Zehe gekürzt und die schrägen Wände von aussen teilweise bis zur weissen Linie zurückgeraspelt. Dadurch sahen die Hufe jedes Mal direkt nach der Hufbearbeitung insbesondere von aussen „optisch sehr gut aus“, aber bereits 2-3 Wochen später zeigten sich die Anzeichen der Hufdeformationen (z.B. der sogenannte „Zehenabweiser“ oder die Schiefe des Hufes) erneut.
Da die Hufe zum Bearbeitungstermin lediglich in Form geraspelt wurden, war auch mit dieser Methode keine Verbesserung der Hufsituation fest zu stellen. Im Gegenteil, die Trachten begannen sich einzurollen (eingerollte Trachten) und die dadurch entstandenen engen Strahlfurchen wurden mit Fäulnis besetzt. Die Hornkapsel wies immer wieder Einblutungen auf. Auch bei dieser Methode konnte ich kein systematisches Vorgehen erkennen. Die Erläuterungen zur Vorgehensweise fand ich oftmals nicht nachvollziehbar und unlogisch. Begründungen zur Entstehung der Einblutungen bekam ich keine.

Mit dem Ergebnis dieser Hufbearbeitung nicht zufrieden, suchte ich erneut nach anderen Ansätzen in der Hufbearbeitung und besuchte 2002 einen zweitägigen Hufkurs bei Jochen Biernat. Nach zwei Tagen hatte ich Gewissheit, dass sich die Hufe meiner Arabermixstute und meiner Ponys tatsächlich deformiert hatten.
In diesem Kurs erhielt ich auf meine Fragen Antworten und Begründungen, die mir sehr logisch erschienen. Ich begann zu verstehen, wie und weshalb sich die Hufe über die Jahre hinweg je länger desto mehr deformiert hatten.
Nun wurde mir auch klar, weshalb das Pony mit den schiefen Hinterhufen sich trotz regelmässiger Hufbearbeitung immer wieder vermehrt auf die äussere Hufhälfte stellte: Die innere Seitenwand, welche schräg zum Boden stand, zerrte und quetschte die darunterliegenden Lederhäute. Um diesen unangenehmen Effekten auszuweichen, stellte es sich immer wieder auf die bereits überbelastete äussere Hufhälfte. Dadurch wurden die Hufe je länger umso schiefer. An dieser Situation konnte weder das regelmässige Kürzen der zu langen Seitenwand noch das starke Beraspeln dieser Hufwand von aussen etwas ändern.

Nebst den Erläuterungen zu den Ursachen von Hufdeformationen, wurde in diesem Kurs auch aufgezeigt, wie durch entsprechende Hufbearbeitung und durch das Anlegen eines günstigen Rieddaches diese Prozesse zur Umkehr gebracht und dadurch eine nachhaltige Verbesserung der Hufsituation erreicht werden kann.
Diese Art der Hufbearbeitung interessierte mich sehr und ich erkannte, dass damit nicht nur gesunde Hufe auch gesund erhalten werden können, sondern dass insbesondere bei deformierten Hufen aussergewöhnliche Resultate erreicht werden können.
Um diese nachhaltige Hufbearbeitung selber anwenden und praktizieren zu können, liess ich mich nachfolgend in Deutschland zur Huforthopädin ausbilden.

Mittlerweile arbeite ich seit vielen Jahren als selbständige Huforthopädin. In dieser Zeit kamen und kommen immer wieder neue Hufbearbeitungs- als auch Beschlagsmethoden auf den Markt.
Dabei vermisse ich nach wie vor sehr oft das konsequente Verfolgen der Effekte der jeweiligen Bearbeitung auf den Huf. Oftmals wird lediglich verglichen, wie der Huf direkt vor und nach der Bearbeitung aussieht, nicht jedoch, ob und wie sich die Hufsituation über mehrere Monate und insbesondere über mehrere Jahre verändert.
Würden z.B. regelmässig aussagekräftige Huffotos angefertigt, könnten einerseits Veränderungen der Hufsituation und andererseits allfällige Veränderungen der Gliedmassenstellung sowie der Bemuskelung beobachtet und beurteilt werden. So wären auch Rückschlüsse hinsichtlich der vorgenommenen Hufbearbeitung möglich.

Françoise Rickli

Hufbearbeitung beim 24. jährigen Freibergerwallach Corado: auch ältere Pferde profitieren von physiologischen Hufen.

Ausbildung und Tätigkeit als Energetische Pferdeosteopathin (EPOS)

In meiner Praxis als Huforthopädin merkte ich bald, dass ich zwar mit meiner huforthopädischen Arbeit den Bewegungsapparat eines Pferdes erheblich verbessern kann, dass jedoch noch viele andere Faktoren einen Einfluss auf diesen haben. Deshalb wollte ich insgesamt noch mehr über das Pferd und seinen Bewegungsablauf wissen. Zudem begann ich mich für die Wechselwirkungen zwischen osteopathischen Läsionen und deformierten Hufen zu interessieren.

In dieser Zeit arbeitete ich insbesondere bei Fällen von Hufrehe mit einer erfahrenen Tierkinesiologin zusammen. Ich war oftmals erstaunt über die zum Teil verblüffenden Resultate, welche durch die Kinesiologie erreicht werden konnten.

Deshalb sah ich mich nach einer weiteren Ausbildungsmöglichkeit um. Fündig wurde ich beim Institut für angewandte Kinesiologie und Naturheilkunde in Meersburg welches durch Walter und Brigitte Salomon geleitet wird.

An der Ausbildung zum EPOS-Therapeuten beeindruckte mich, dass diese als mögliche Ursache einer Erkrankung die vier Ebenen Struktur, Biochemie, Energie und Psyche berücksichtigt und somit einen möglichst ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Zudem werden die Korrekturen mit sehr wenig Kraftaufwand durchgeführt, es werden also keine Gelenke „eingerenkt“.

Ein wichtiges Instrument bei dieser Therapiemethode ist der kinesiologische Muskeltest. Mit diesem werden Blockierungen ausfindig gemacht und die notwendigen Korrekturen ausgetestet.

Impressionen

Energetische Pferdeosteopathie

Gründung der Fachschule für Biomechanik und ganzheitliche Therapien am Pferd (FBP) in der Schweiz

Die huforthopädische Praxis zeigte bald, dass der Bedarf nach gut ausgebildeten Fachpersonen in der Schweiz gross ist. Zudem wurde ich immer häufiger angefragt, ob diese Ausbildung in der Schweiz besucht werden kann. Ich entschloss mich deshalb, eine entsprechende Ausbildung in der Schweiz anzubieten und gründete die Fachschule für Biomechanik und ganzheitliche Therapien am Pferd (FBP). Der erste Lehrgang startete im Jahr 2008.

Als langjährige Quality Managerin bei einem Medizinproduktehersteller war ich mit der Erstellung einer aktualisierbaren Schulungsdokumentation und mit der Organisation und Durchführung von Schulungen bereits bestens vertraut.

Durch meinen hohen Qualitätsanspruch war ich seit Beginn an bestrebt, eine qualitativ hochwertige Ausbildung anzubieten.
Um diesen Stand zu erhalten, werden das Konzept sowie die Schulungsunterlagen fortlaufend optimiert, aktualisiert und ergänzt.

Impressionen

Ausbildung von angehenden Huforthopäden und Huforthopädinnen

Beruflicher Werdegang

1985 – 1989 Ausbildung als Mikrozeichnerin an der Kantonalen Schule für mikrotechnische Berufe in Biel
1990 – 1992 Studium 1. - 4. Semester an der Ingenieurschule in Biel, Abteilung Mikrotechnik
1992 – 1998 Diverse Tätigkeiten in den Bereichen Mikrotechnik, Administration und Gastgewerbe.
1998 – 2003 Quality Manager Validation / Research & Development beim Medizinproduktehersteller Ypsomed in Burgdorf. Tätigkeiten: Mithilfe beim Aufbau und bei der Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems nach ISO 9001, Schulung von Mitarbeitern, Erstellung von Qualitätsmanagementdokumenten. Verantwortliche Quality Managerin für die Prozesse: Risikomanagement, Design- und Prozessanalysen, Designverifizierungen, Prozessvalidierungen etc.
2003 – 2005 Auditorin bei der Schweizerischen Post - Poststellen und Verkauf in der Abteilung Total Quality Management.
2003 – 2004 Nebenberufliche Ausbildung zur Huforthopädin bei Jochen Biernat.
Oktober 2004 Abschluss Ausbildung zur Huforthopädin.
März 2005 Kündigung des Angestelltenverhältnisses und Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit als Huforthopädin.
2005 – 2007 Abnahme diverser Zwischen- und Abschlussprüfungen als Prüferin der DIfHO*. Angehende Huforthopäden und Huforthopädinnen aus der Schweiz absolvieren bei mir ein Mitfahrpraktikum.
2006 – 2007 Nebenberufliche Weiterbildung zur Energetischen Pferdeostheopathin (EPOS) bei Walter und Brigitte Salomon vom Institut für angewandte Kinesiologie und Naturheilkunde in Meersburg.
Seit 2008 Leitung der Fachschule für Biomechanik und ganzheitliche Therapien am Pferd (FBP)
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Bemerkung zu den Gesellschaften DHG und DIfHO
Zum Zeitpunkt meiner Ausbildung gab es nur die DHG (Deutsche Huforthopädische Gesellschaft), welche unter anderem von Jochen Biernat geleitet wurde. Später haben sich dann die DHG und Jochen Biernat aus verschiedenen Gründen getrennt. Jochen Biernat gründete die DIfHO* (Deutsches Institut für Huforthpädie). Ein Teil der Huforthopäden/innen, als auch ich, haben sich damals Jochen Biernat angeschlossen.

Kontaktadresse

Françoise Rickli
Schlossweg 10
3122 Kehrsatz
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+41 79 281 47 75